Thunersee-Gebiet wandernd erkundet
Der Frauenturnverein Ottenbach führte am letzten September-Wochenende die traditionelle Vereinsreise durch. Vreni Seematter und Elisabeth Manz haben dieses Jahr die Turnfahrt organisiert. Ein Dutzend wanderfreudiger Frauen genoss bei wunderbarem Bilderbuchwetter zwei interessante Tage im Kanton Bern.
Die Wetterprognosen liessen Gutes verheissen und so starteten am Samstagmorgen zwölf froh gelaunte FTVO-Turnerinnen ihre alljährliche Turnfahrt bei der Bushaltestelle Engelwiese in Ottenbach. Ab Affoltern am Albis ging es mit dem Zug in Richtung Zürich und dann weiter der Bundeshauptstadt Bern entgegen. Bereits um elf Uhr waren wir in Spiez angelangt. Dort teilten sich die Turnerinnen in zwei Gruppen auf. Einige starteten die Wanderung bereits nach dem Ausstieg aus dem Zug in Mülenen. Die andern genossen es, bequem mit dem Bus den Berg hinauf nach Aeschiried gefahren zu werden. In dem beschaulichen Ort kehrte die mit dem Bus beförderte Gruppe auf der Gartenterrasse eines Restaurants ein, bevor man sich in diesem Dorf ein bisschen umschaute. Nach etwa eineinhalb Stunden hatte auch die andere Gruppe dieses Zwischenziel erreicht. Gemeinsam wanderten wir weiter in Richtung Meielisalp. Bis wir dort, an unserem Übernachtungsort, angelangt waren, lagen aber noch zweieinhalb Stunden Wanderzeit vor uns.
Panorama mit vielen Stimmungen
Eine Stunde lang wanderten wir durch spätsommerliche Matten mit Blick auf den Thunersee und die Berner Alpen und dann wieder durch Schatten spendende Waldstücke. Auf einer Alp fanden wir einen schönen Platz zum Picknicken. Frisch gestärkt marschierten wir weiter. Es ging bergauf und bergab. Die Wurzeln und Steinbrocken auf den oftmals steil abwärtsführenden Wegen durch den Wald erforderten die volle Aufmerksamkeit. Aber wir meisterten all dies mit Bravour.
Die letzte Herausforderung vor dem Tagesziel war die Hängebrücke über den Spissibach. Die moderne Brücke ist 140 Meter lang und ist die Verbindung über die 60 Meter unten liegende Spissibachschlucht. Sie ist auch für nicht Schwindelfreie gut begehbar, denn sie ist stabil und schwankt kaum. Die Schwindelfreien konnten das Panorama über dem Thunersee bestimmt besser geniessen als diejenigen, denen es vielleicht doch etwas mulmiger zumute war. Hinübergekommen sind alle, und so näherten wir uns dann der Hotelanlage Meielisalp, ein schönes Fleckchen oberhalb von Leissigen. Das Tagesziel ist erreicht.
Beim Apéro auf der Terrasse des Restaurants konnten alle die atemberaubende Aussicht auf den Thunersee und das Bergpanorama in vollen Zügen geniessen. Die ständig wechselnde Stimmung mit dem Sonnenuntergang und dem Aufgehen des Vollmondes beeindruckte uns alle sehr. Nach dem Zimmerbezug freuten wir uns auf das feine Nachtessen. Bei Speis und Trank liessen wir den Abend ausklingen.
Eiger, Mönch und Jungfrau grüssen
Am Sonntagmorgen kamen wir in den Genuss eines reichhaltigen Frühstückbuffets. Wir hatten genügend Zeit, uns richtig zu stärken, damit wir fit waren für die kommenden Wanderungen. Um halb zehn hiess es Abmarsch. Flotten Schritts begaben wir uns hinunter nach Därligen. Von Waldwegen über Wiesenpfade und dann wieder kurze Strecken auf Kies- oder Teerstrassen durchwanderten wir eine Vielfalt an Wanderweg-Typen. Nach diesem abwechslungsreichen Sonntagmorgenmarsch erreichten wir Därligen am Thunersee. Während des Wartens auf den Bus wurden Gruppenfotos am See gemacht. Dann gab es eine kurze Reise mit dem Bus nach Faulensee. Von da aus wanderten wir etwa eine Stunde lang dem Thunersee entlang nach Spiez. Auch auf diesem Seeuferweg gab es viel Interessantes im und am See zu sehen. Die Sinnsprüche an den Bänken regten oft zum Nachdenken an. Meistens geht es um Dankbarkeit und Zufriedenheit, die man bei solch schönen Wanderungen empfinden darf. Im Ortskern von Spiez angekommen, begaben sich die einen Turnerinnen hinauf zum Schloss, um von dort oben die Aussicht zu geniessen. Andere kehrten in einem Restaurant an der Promenade zur Schiffsstation ein. Um halb zwei Uhr war unsere Gruppe wieder komplett und wir genossen die Schifffahrt nach Thun in vollen Zügen. Majestätisch zeigten sich Eiger, Mönch und Jungfrau. Diese Postkartenansicht begleitete uns lange Zeit vom Schiffsheck aus. Und das bei herrlichem Sommerwetter – einfach unbeschreiblich schön!
In Thun angekommen, bestiegen wir den Zug in Richtung Bern und Aarau. Dort stiegen wir um in die Regionalbahn. Ab Muri endete unsere Reise mit dem Postauto in Obfelden. Obfelden darum, weil wir von Annemarie Heinrich als Abschluss der Turnfahrt zum Apéro eingeladen wurden. Also stiegen wir bei der «Landi» aus und marschierten über den «Rebhoger» nach Ottenbach zu unserer Gastgeberin. Uns wurde feiner Wein und ein reichhaltiges Vesper offeriert. Herzlichen Dank an Annemarie und Emil Heinrich für diesen schönen Ausklang des in allen Belangen gelungenen Wochenendes.
Ein grosses Dankeschön verdienen die beiden Organisatorinnen der Turnfahrt. Elisabeth Manz und Vreni Seematter haben alle Register gezogen, um ihren Turnkolleginnen eine faszinierende Gegend näherzubringen. Das ist ihnen wahrhaft gelungen! Diese zwei Tage werden allen, die dabei waren, unvergessen bleiben. Bei Bilderbuchwetter in einer der schönsten Gegenden der Schweiz zu wandern und eine tolle Kameradschaft zu pflegen – was will man mehr?! Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen dieses wunderschönen Wochenendes beigetragen haben!
Bea Sutter


